Monatsarchiv für Oktober, 2006
Der Weg zum Leser (und an die Öffentlichkeit) ist umständlich. Im Wege stehen Technik und Interessen der Autoren und Dritter (Öffentlichkeiten).
Da ein Werk mit seinem Diskurs, den das Werk produziert immer einen Mehrwert darstellt, sind viele Dritte interessiert am Diskurs des Werks, den Diskurs über ein Werk zu kontrollieren oder sich auf dem Weg vom Autor zum Leser in den Diskurs einzuschalten. Dieser Weg des Diskurses bietet sowohl politische Macht als auch ökonomische Vorteile für alle Beteiligten.
So wird sich zum Beispiel der Produzent eines Films nicht nehmen lassen, sich alle Rechte der Aufführung, der Vermarktung und der Distribution zu sichern. Liegt darin doch ein beträchtlicher ökonomischer Mehrwert. Die Leser werden in dieser Maschinerie zu blossen Statisten degradiert, die maximal für den Film bezahlen dürfen (so oft wie möglich). Ein öffentlicher Diskurs (Weiterbearbeitung, Kommunikation, Distribution, Kopieren) ist nicht erwünscht. Das Werk dient in dieser Definition als reiner Unterhaltungsgegenstand, vergleichbar mit einer Achterbahn, dessen einziger Zweck die Vernichtung von freier Zeit ist. Bei Zuwiderhandlung werden die Leser kriminalisiert, verfolgt und bestraft.
Technologien und Verstärker müssen immer eingesetzt werden um das Werk verfügbar zu machen. Selbst wenn der Autor sein Werk vielen und allen zur Verfügung stellen will, ist er abhängig von Distributionstechnologien, der Aufmerksamkeit der Leser und technischer Hindernisse. Dieser Nachteil stellt sich aber auch als Vorteil für Dritte heraus, die Dienstleistungen anbieten, um dem Werk den Weg zum Leser zu ermöglichen. Umso länger der Weg, desto grösser die Wertschöpfungskette. Umso mehr Kontrolle, desto grösser die Sicherheit. Durch die langen Wege erhält das Werk zum Beispiel grosse Aufmerksamkeit. Diese Dienstleistungen kosten Geld. Jemand muss dafür bezahlen.
30. Oktober 2006
Mario
Kultur ist die Art, wie Diskurse geführt und mit Werken umgegangen wird. Werke, die für sich alleine stehen oder nur einem eingeschränkten Benutzerkreis zur Verfügung stehen tragen nichts zur Kultur eines Landes (offene/öffentliche Kultur) bei. Ein öffentlicher Diskurs wird dann unmöglich.
Ein Werk kann die Grundlage der Kommunikation in einer Gesellschaft sein und prägt deren Kultur. Alle Arten der Be -u. Verarbeitung tragen zum Mehrwert des Werks (= Diskurs) bei: Kritiken, Rezensionen, Abwandlungen, Weiterentwicklungen, Bearbeitungen, Distributionen, neue Versionen, Interpretationen, Ur-u. Neuaufführungen, Kopien, Verbesserungen, Geschäftsmodelle, Diskussion, Meinungsaustausch, Kommunikation, etc.
Diese Folgewirkungen eines Werks (Schöpfung von Mehrwert und Diskurs) können in der Hand von Einzelnen bleiben oder öffentlich stattfinden.
Wenn der Diskurs über ein Werk zum Beispiel nur innerhalb einer Firma diskutiert wird, bildet dies maximal einen Mehrwert für die beteiligte Firma, nicht aber für die öffentliche Kultur. In diesem Fall ist der öffentliche Diskurs ein Kollateralschaden, der möglichst vermieden werden soll.
Verschiedene Interessensgruppen haben das starke Verlangen die Wertschöpfungskette eines Werks möglichst lange zu machen, diesen zu kontrollieren und so den Weg zum Leser zu erschweren.
Der Diskurs ist interessant für alle und bildet einen wesentliche Mehrwert für das Werk!
26. Oktober 2006
Mario
Die Kultur des Landes wird einerseits über die Werke gebildet und andererseits bilden sich um das Werk herum Öffentlichkeiten mit verschiedenen Interessen: Autoren, Leser, Vertrieb, Verwertungsgesellschaften, Industrie, Konsumentenvereinigungen, Städte, Regionen, Vereine, Firmen, …
Die KULTUR EINES LANDES (öffentliche Kultur) liegt im INTERESSE aller.
20. Oktober 2006
Mario
Unter Werk ist weit mehr als nur Kunst und Poesie zu verstehen. Als Werk sollen hier alle Arten von Information, Archiven, Musik als Speichermedium von Gefühlen, technischen Codes und Verschlüsselungen sowie Vertragswerke, Standards und gesetzliche Bestimmungen verstanden werden.
Man könnte auch von potenziell lesbaren Werken sprechen. Ein Werk, das zum Beispiel als Format im Internet verfügbar ist, ist ohne weitere Anstrengungen lesbar. Es muss nur kopiert werden und mit dem richtigen Abspielgerät ausgeführt werden. All das erfordert weder besondere Kenntnisse, noch übermässig viel Zeit. Ausserdem führt diese Tätigkeit der Leser selbst durch und müsste im Prinzip eine Honorarnote stellen, wenn der Aufwand nicht zu gross wäre für die marginale Handlung der Aktion.
Die Leser können Menschen oder Lesegeräte sein, die im Auftrag von einzelnen Individuen Werke lesen (Software und Programme). Gemeinsam bilden Leser und Lesegeräte die Öffentlichkeit, die das Werk erreichen will.
19. Oktober 2006
Mario
Hier rasch die wichtige Termininformation: Der nächste Nodus-Treff “Gegen DRM im URG” wird am Montag 6. November stattfinden.
Das Protokoll des gestrigen Treffs sowie eine ausführlichere Ankündigung folgen im Laufe dieser Woche.
17. Oktober 2006
Norbert
Montag, 16. Oktober, 20.00 im “Dock18″ in Zürich/Binz
Bei der Revision des Urheberrechtsgesetzes (URG) wollen die einen rechtlichen Schutz für Digital Restrictions Management (DRM) Systeme im Gesetz verankern, so ähnlich wie das in den USA bereits der Fall ist (dort heist das diesbezügliche Gesetz “Digital Millenium Copyright Act”, DMCA.) Aber hier in der Schweiz haben wir ja recht gute demokratische Rahmenbedingungen, darum sollte sich dieses Unglück doch
bei uns verhindern lassen.
Beim Treff wollen wir das weitere Vorgehen konkret besprechen und Aufgaben verteilen.
Zur Vorbereitung bitten wir euch, einen Blick in einige der
Vernehmlassungsantworten werfen:
http://ige.ch/D/jurinfo/j10301.shtm
Gesprächsleitung: hernani (Chaostreff Zürich), Norbert Bollow (SIUG).
Termin: Montag, 16. Oktober, 20.00
Ort: im “Dock18″ an der Grubenstrasse 18 in Zürich, nahe der
S-Bahn-Station Zürich/Binz (Linie S10).
Lageplan: http://map.search.ch/zuerich/grubenstr.-18
14. Oktober 2006
Norbert
Noch im Oktober soll zwischen dem 16. und 27. ein Treff stattfinden, der Aufgaben bestimmt und verteilt, um gegen das neue Urheberrecht vorzugehen. Das Treff soll im DOCK18, an der Grubenstrasse 18 in 8045 Zürich stattfinden, wie die letzten zwei Treffs bis anhin.
Wenn Du am Treff teilnimmst, solltest Du auch bereit sein Aufgaben zu übernehmen. Wenn Du mitmischen möchtest, so trage bitte über folgenden Link zur Terminfindung bei.
Deadline der Terminfindung ist Morgen, der 13.10.2006, um 12:00.
12. Oktober 2006
hmm
Es besteht ein Protokoll des Nodus-Treff, das am 05. Oktober 2006 im DOCK18 stattgefunden hat. Die Teilnehmerzahl war mit 4 etwas arg reduziert.
09. Oktober 2006
hmm