THESE #2/8 ÖFFENTLICHE UND GELESENE WERKE BILDEN EINEN MEHRWERT FÜR DIE KULTUR EINES LANDES UND DER LESER
20.Oktober 2006 Mario
Die Kultur des Landes wird einerseits über die Werke gebildet und andererseits bilden sich um das Werk herum Öffentlichkeiten mit verschiedenen Interessen: Autoren, Leser, Vertrieb, Verwertungsgesellschaften, Industrie, Konsumentenvereinigungen, Städte, Regionen, Vereine, Firmen, …
Die KULTUR EINES LANDES (öffentliche Kultur) liegt im INTERESSE aller.
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1. Norbert | 21.Oktober 2006 at 12:04
Ich würde dies noch stärker formulieren, z.B.:
Das geschriebene Wort bildet, wenn es auch gelesen wird, die Basis für die Kultur eines Landes und der Leser.
2. Mario | 23.Oktober 2006 at 15:31
Kultureller Mehrwert vs. kulturelle Basis ist schon ein wesentlicher Unterschied. Ich finde gut, dass du das angemerkt hast. Der Mehrwert soll hier als reiner Argumentationsbegriff dienen, den man gegenwärtig gerne einsetzt, um ein Produkt erfolgreich auf den Markt zu bringen. Die Frage: “Was bringt mir freie Information?” kann so ohne weiteres beantwortet werden: “Einen Mehrwert!”
Das Werk an sich kann erstaunlicherweise alle erdenklichen Formen, Ausführungen und Umsetzungen annehmen, die - je länger es sich in der Welt befindet - und ein, von den Autoren völlig unabhängiges Leben führen.
Das geschriebene Wort ist dabei weit mehr als nur Kunst und Poesie. Darunter sind selbstverständlich auch zu verstehen: alle Arten von technischen Codes und Verschlüsselungen sowie Verträge, Standards und gesetzliche Bestimmungen. Sogar ein Song (z.B. als .mp3) kann durchaus als Schriftwerk verstanden werden, wenn man den Aufbau der Technologie, die dahintersteckt betrachtet.
Die Schrift ist der Kitt der die Welt in seinem Inneren zusammenhält. Gleichzeitig ermöglicht die Schrift einen differenzierten Blick auf diese Welt. Ein Paradoxon oder der Auftrag für den einzelnen Leser die Schriften ständig neu zu entschlüsseln, zu interpretieren und weiterzuentwickeln?
Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn die Schriften frei verfügbar und ohne Kontrolle einzelner Interessensgruppen weitergegeben werden können. Nur dann kann man von der Kultur eines Landes sprechen und ist nicht von der Firmenkultur eines Konzerns abhängig. Die Kultur eines Landes meint natürlich auch nicht die Nationalstaaten wie wir sie jetzt kennen, sondern vielmehr Sprachkulturen oder sogar eine globale Kultur, wie sie gerade jetzt am Entstehen ist. Aus der Tradition heraus kennen wir nur die Kultur eines Landes, die wir versuchen miteinander zu vergleichen und zu differenzieren. Für eine politische Argumentation soll diese Kultur des Landes beibehalten werden.
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