THESE #4/8 EIN WERK WIRD IMMER GEHINDERT ZUM LESER ZU GELANGEN
30.Oktober 2006 Mario
Der Weg zum Leser (und an die Öffentlichkeit) ist umständlich. Im Wege stehen Technik und Interessen der Autoren und Dritter (Öffentlichkeiten).
Da ein Werk mit seinem Diskurs, den das Werk produziert immer einen Mehrwert darstellt, sind viele Dritte interessiert am Diskurs des Werks, den Diskurs über ein Werk zu kontrollieren oder sich auf dem Weg vom Autor zum Leser in den Diskurs einzuschalten. Dieser Weg des Diskurses bietet sowohl politische Macht als auch ökonomische Vorteile für alle Beteiligten.
So wird sich zum Beispiel der Produzent eines Films nicht nehmen lassen, sich alle Rechte der Aufführung, der Vermarktung und der Distribution zu sichern. Liegt darin doch ein beträchtlicher ökonomischer Mehrwert. Die Leser werden in dieser Maschinerie zu blossen Statisten degradiert, die maximal für den Film bezahlen dürfen (so oft wie möglich). Ein öffentlicher Diskurs (Weiterbearbeitung, Kommunikation, Distribution, Kopieren) ist nicht erwünscht. Das Werk dient in dieser Definition als reiner Unterhaltungsgegenstand, vergleichbar mit einer Achterbahn, dessen einziger Zweck die Vernichtung von freier Zeit ist. Bei Zuwiderhandlung werden die Leser kriminalisiert, verfolgt und bestraft.
Technologien und Verstärker müssen immer eingesetzt werden um das Werk verfügbar zu machen. Selbst wenn der Autor sein Werk vielen und allen zur Verfügung stellen will, ist er abhängig von Distributionstechnologien, der Aufmerksamkeit der Leser und technischer Hindernisse. Dieser Nachteil stellt sich aber auch als Vorteil für Dritte heraus, die Dienstleistungen anbieten, um dem Werk den Weg zum Leser zu ermöglichen. Umso länger der Weg, desto grösser die Wertschöpfungskette. Umso mehr Kontrolle, desto grösser die Sicherheit. Durch die langen Wege erhält das Werk zum Beispiel grosse Aufmerksamkeit. Diese Dienstleistungen kosten Geld. Jemand muss dafür bezahlen.
Artikel gespeichert unter: kultur, urheberrecht, wildprovider
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