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Die letzte Late Media Show des Jahres zu den Kernthemen Digitale Rechte, Kunstfreiheit, Kopiererei, Illegale Kunst, freie Lizenzen und Musik findet im Dock18 statt. Es wird wieder eine bunte Show mit Beiträgen von Gästen aus Kunst, Politik, Technik und Musik. Am Tag darauf findet die Wintersession des Ständerats statt. Die Show wird aufgezeichnet und online ausgestrahlt. Zu Gast mit kurzen Redebeiträgen sind Norbert Bollow (Siug Schweiz), Felix Stalder (Kunstfreiheit.ch), Beat Mazenauer (Kulturministerium.ch), Hernani Marquez (Chaostreff Zürich), Daniel Boos (Digitale Allmend). Künstlerische Projektvorstellungen von Marc Lee (Medienkünstler), Mediengruppe Bitnik, Sven König. Jonas Ohrstrom, Patric Kaufmann, Marc Widmer (Atelier Anorg, Sonicsquirrel.net) releasen Songs unter freien Lizenzen und sorgen für die nötige musikalisch/elektronische Begleitung. Für Videos und Live Verbindungen in alle Welt sorgt Josef Renner. Bar geöffnet. Moderiert von Mario Purkathofer.
Last Late Multi Media Show
Montag, 18.Dezember 20 Uhr
Dock18
Raum für Medienkulturen YWSWYG
Grubenstrasse 18
CH-8045 Zürich
http://map.search.ch/zuerich/grubenstr.-18
+41 44 4502540
www.dock18.ch
12. Dezember 2006
Mario
Es liegt im Interesse des Lesers sich an einem Diskurs zu beteiligen. Die Leser beteiligen sich an der KULTUR EINES LANDES indem sie bewusst oder unbewusst Daten austauschen und weitergeben.
Wenn die technische Entwicklung den Umgang mit Werken vereinfacht hat (ein Werk das geschrieben wurde, will gelesen werden), dann kann in diesem Zusammenhang nicht von Piraterie die Rede sein.
Werke müssen im Sinne des öffentlichen Diskurses frei verfügbar sein und Menschen die diesen Diskurs führen dürfen nicht als Piraten bezeichnet werden, sondern als aktive Teilnehmer am öffentlichen Diskurs einer Kultur und Gesellschaft.
05. Dezember 2006
Mario
Um Interessen zu wahren werden Mittel (Medien) eingesetzt, das Werk (das gelesen werden will) vor dem Lesen zu schützen. Es sind dieselben Technologien, die das Lesen überhaupt erst ermöglichen.
Wenn man heute zum Beispiel von Radio spricht, dann gibt es nicht mehr nur terrestrisches Radio, das über einen herkömmlichen Radioempfänger gelesen/gehört werden kann, sondern eine Reihe anderer Technologien, die ganz andere Lesegeräte benötigen (DAB, Digital Broadcasting, Internet Radio, Webstreaming, …).
Weitere detailliertere Mechanismen, das Werk vor dem Lesen zu schützen (bzw. die Art des Lesens zu definieren): Lizenzen, Geheimhaltung, Vorankündigungen, Werbung und Bekanntmachung, Verträge, Urheberrecht, Geräteabgaben, begrenzte Auflagen, Kopierschutz, technische Schutzmassnahmen, DRM allumfassend. Jede einzelne Nutzung soll kontrolliert werden.
Als Medien können diese Mittel deswegen bezeichnet werden, weil sie ein Sender-u. Empfänger Verhälntnis beschreiben und dazwischen medial vermittelnd agieren. DRM ist durchaus eine mediale Technologie, die das Verhältnis zwischen Sender und Empfänger und alle Eigenschaften genau definiert.
06. November 2006
Mario
Der Weg zum Leser (und an die Öffentlichkeit) ist umständlich. Im Wege stehen Technik und Interessen der Autoren und Dritter (Öffentlichkeiten).
Da ein Werk mit seinem Diskurs, den das Werk produziert immer einen Mehrwert darstellt, sind viele Dritte interessiert am Diskurs des Werks, den Diskurs über ein Werk zu kontrollieren oder sich auf dem Weg vom Autor zum Leser in den Diskurs einzuschalten. Dieser Weg des Diskurses bietet sowohl politische Macht als auch ökonomische Vorteile für alle Beteiligten.
So wird sich zum Beispiel der Produzent eines Films nicht nehmen lassen, sich alle Rechte der Aufführung, der Vermarktung und der Distribution zu sichern. Liegt darin doch ein beträchtlicher ökonomischer Mehrwert. Die Leser werden in dieser Maschinerie zu blossen Statisten degradiert, die maximal für den Film bezahlen dürfen (so oft wie möglich). Ein öffentlicher Diskurs (Weiterbearbeitung, Kommunikation, Distribution, Kopieren) ist nicht erwünscht. Das Werk dient in dieser Definition als reiner Unterhaltungsgegenstand, vergleichbar mit einer Achterbahn, dessen einziger Zweck die Vernichtung von freier Zeit ist. Bei Zuwiderhandlung werden die Leser kriminalisiert, verfolgt und bestraft.
Technologien und Verstärker müssen immer eingesetzt werden um das Werk verfügbar zu machen. Selbst wenn der Autor sein Werk vielen und allen zur Verfügung stellen will, ist er abhängig von Distributionstechnologien, der Aufmerksamkeit der Leser und technischer Hindernisse. Dieser Nachteil stellt sich aber auch als Vorteil für Dritte heraus, die Dienstleistungen anbieten, um dem Werk den Weg zum Leser zu ermöglichen. Umso länger der Weg, desto grösser die Wertschöpfungskette. Umso mehr Kontrolle, desto grösser die Sicherheit. Durch die langen Wege erhält das Werk zum Beispiel grosse Aufmerksamkeit. Diese Dienstleistungen kosten Geld. Jemand muss dafür bezahlen.
30. Oktober 2006
Mario
Kultur ist die Art, wie Diskurse geführt und mit Werken umgegangen wird. Werke, die für sich alleine stehen oder nur einem eingeschränkten Benutzerkreis zur Verfügung stehen tragen nichts zur Kultur eines Landes (offene/öffentliche Kultur) bei. Ein öffentlicher Diskurs wird dann unmöglich.
Ein Werk kann die Grundlage der Kommunikation in einer Gesellschaft sein und prägt deren Kultur. Alle Arten der Be -u. Verarbeitung tragen zum Mehrwert des Werks (= Diskurs) bei: Kritiken, Rezensionen, Abwandlungen, Weiterentwicklungen, Bearbeitungen, Distributionen, neue Versionen, Interpretationen, Ur-u. Neuaufführungen, Kopien, Verbesserungen, Geschäftsmodelle, Diskussion, Meinungsaustausch, Kommunikation, etc.
Diese Folgewirkungen eines Werks (Schöpfung von Mehrwert und Diskurs) können in der Hand von Einzelnen bleiben oder öffentlich stattfinden.
Wenn der Diskurs über ein Werk zum Beispiel nur innerhalb einer Firma diskutiert wird, bildet dies maximal einen Mehrwert für die beteiligte Firma, nicht aber für die öffentliche Kultur. In diesem Fall ist der öffentliche Diskurs ein Kollateralschaden, der möglichst vermieden werden soll.
Verschiedene Interessensgruppen haben das starke Verlangen die Wertschöpfungskette eines Werks möglichst lange zu machen, diesen zu kontrollieren und so den Weg zum Leser zu erschweren.
Der Diskurs ist interessant für alle und bildet einen wesentliche Mehrwert für das Werk!
26. Oktober 2006
Mario
Die Kultur des Landes wird einerseits über die Werke gebildet und andererseits bilden sich um das Werk herum Öffentlichkeiten mit verschiedenen Interessen: Autoren, Leser, Vertrieb, Verwertungsgesellschaften, Industrie, Konsumentenvereinigungen, Städte, Regionen, Vereine, Firmen, …
Die KULTUR EINES LANDES (öffentliche Kultur) liegt im INTERESSE aller.
20. Oktober 2006
Mario
Unter Werk ist weit mehr als nur Kunst und Poesie zu verstehen. Als Werk sollen hier alle Arten von Information, Archiven, Musik als Speichermedium von Gefühlen, technischen Codes und Verschlüsselungen sowie Vertragswerke, Standards und gesetzliche Bestimmungen verstanden werden.
Man könnte auch von potenziell lesbaren Werken sprechen. Ein Werk, das zum Beispiel als Format im Internet verfügbar ist, ist ohne weitere Anstrengungen lesbar. Es muss nur kopiert werden und mit dem richtigen Abspielgerät ausgeführt werden. All das erfordert weder besondere Kenntnisse, noch übermässig viel Zeit. Ausserdem führt diese Tätigkeit der Leser selbst durch und müsste im Prinzip eine Honorarnote stellen, wenn der Aufwand nicht zu gross wäre für die marginale Handlung der Aktion.
Die Leser können Menschen oder Lesegeräte sein, die im Auftrag von einzelnen Individuen Werke lesen (Software und Programme). Gemeinsam bilden Leser und Lesegeräte die Öffentlichkeit, die das Werk erreichen will.
19. Oktober 2006
Mario